Wie zünde ich eine Zigarre an?
Der Genuss einer Zigarre beginnt stets mit dem Anzünden. Dies ist praktisch der Einstieg in den Rauchgenuss, der dementsprechend gekonnt und stilvoll über die Bühne gehen sollte. Aufgrund ihrer Größe und Dicke ist das Anzünden der Zigarre anfangs nicht ganz einfach. Schon durch den Einstieg in den Zigarrengenuss erkennt man also den wahren Aficionado.
Nach dem Schneiden wird das Brandende mit angemessenem Abstand zur Wärmequelle gehalten und dabei langsam, aber gleichmäßig gedreht. Die Flamme sollte das Brandende der Zigarre lediglich streifen. Dies ist was Aficionados häufig als „Toasten“ bezeichnen. Die Zigarre soll angezündet werden, ohne dass sie dabei verkohlt. Zur Kontrolle kann man das Brandende vorsichtig anblasen; eine feste Dauer von 20 Sekunden ist dafür keine allgemeingültige Vorgabe. Hierdurch kann man überprüfen, ob die Zigarre gleichmäßig angezündet wurde. Ist dies noch nicht der Fall, kann man die Zigarre wieder an die Flamme halten. Auch ein leichtes Paffen kann das Anzünden der Zigarre unterstützen. Somit ist das Anzünden der Zigarre in gewisser Weise ein Ritual: Die Zigarre muss mit Gefühl und Geschick angezündet werden, damit diese auch ihren vollen Geschmack entfalten kann.
Holzspan, Streichholz oder Feuerzeug? Das richtige Werkzeug
Langjährige Aficionados nutzen zum Anzünden der Zigarre einen Holzspan aus Zedernholz . Dies ist sicherlich das eleganteste Werkzeug zum Anzünden der Zigarre. Jedoch entwickelt sich die Flamme hierbei nicht immer gleichmäßig, weshalb diese Methode eher für Connaisseurs geeignet ist. Auch längere Streichhölzer lassen sich zum Anzünden der Zigarre verwenden. Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass selbst bei großen Streichhölzern die Brenndauer relativ gering ausfällt und das Anzünden so häufig unterbrochen wird. Für relativ neue Aficionados dürfte die Wahl auf das Gasfeuerzeug fallen. Die Flamme entwickelt sich hier gleichmäßig, wodurch man sich ganz auf das richtige „Toasten“ konzentrieren kann. Auch wenn es nicht ganz den Charme eines Holzspans verbreitet, zum Anzünden der Zigarre ist ein Gasfeuerzeug ebenfalls bestens geeignet.
Kopfende und Brandende nicht verwechseln
Die beiden Enden einer Zigarre haben unterschiedliche Aufgaben. Der Anschnitt öffnet bei einer geschlossenen Zigarre den Kopf, während am gegenüberliegenden Fuß die Glut entstehen soll. Das ist insbesondere bei ungewohnten Formen hilfreicher als die pauschale Vorstellung, beide Enden müssten gleich behandelt werden.
Ein fehlerhafter Anschnitt lässt sich nicht durch stärkeres Erhitzen des Fußes ausgleichen. Umgekehrt sagt eine sauber geöffnete Kappe noch nichts darüber aus, ob die gesamte Brandfläche gleichmäßig entzündet wurde. Beide Arbeitsschritte werden daher getrennt betrachtet.
Die verschiedenen Werkzeuge und Kopfformen sind im Überblick zu Zigarrenschneidern erklärt. Der vorliegende Beitrag konzentriert sich auf das Brandende und die anschließende Kontrolle.
Woran sich eine gleichmäßige Zündung erkennen lässt
Der aussagekräftige Kontrollpunkt ist die Glut am Fuß, nicht eine Stoppuhr. Wenn nur ein kleiner Bereich glimmt und der übrige Rand sichtbar dunkel bleibt, wurde die Fläche noch nicht überall gleichermaßen erfasst. Bei wechselnden Lichtverhältnissen kann dieser Unterschied schwerer zu beurteilen sein.
Dabei ist zwischen einer Momentaufnahme und dem späteren Abbrand zu unterscheiden. Eine zunächst gleichmäßige Glut garantiert keinen dauerhaft völlig geraden Ascherand. Ebenso beweist eine kleine Unregelmäßigkeit nicht, dass die gesamte Zigarre schlecht verarbeitet wurde.
Die Beobachtung sollte immer zum gewählten Format passen. Länge und Ringmaß werden in der Übersicht der Zigarrenformate getrennt dargestellt. Ein breiterer Fuß besitzt mehr Fläche als ein schmaler, ohne dass daraus automatisch eine feste zusätzliche Anzündzeit berechnet werden könnte.
Wenn die Glut ungleichmäßig bleibt
Hilfreich ist es, nicht mehrere mögliche Ursachen gleichzeitig zu verändern. Zunächst wird betrachtet, ob Luftzug oder die Position zur Wärmequelle eine Seite stärker beeinflusst haben. Anschließend lässt sich beurteilen, ob das Problem beim weiteren Verlauf bestehen bleibt.
| Beobachtung | Was sie zunächst aussagt | Was daraus nicht sicher folgt |
|---|---|---|
| Ein Teil des Fußes bleibt dunkel | Die sichtbare Zündung ist noch ungleichmäßig | Dass die Marke grundsätzlich mangelhaft ist |
| Die Zigarre erlischt wiederholt | Die Glut wird unter den aktuellen Bedingungen nicht gehalten | Dass ausschließlich das Feuerzeug schuld ist |
| Zugwiderstand und Abbrand wirken zugleich ungewöhnlich | Mehrere Eigenschaften sollten getrennt betrachtet werden | Dass mehr Hitze automatisch hilft |
Wiederkehrende Auffälligkeiten können auch Anlass sein, die Aufbewahrung zu prüfen. Der Beitrag zur Lagerung und Haltbarkeit von Zigarren erklärt, warum Zustand und Lagergeschichte für die Einordnung wichtig sind.
Erneutes Anzünden und eine vernünftige Erwartung
Eine ausgegangene Zigarre ist nicht automatisch beschädigt. Ein erneutes Entzünden bedeutet jedoch auch nicht, dass die vorangegangene Pause sensorisch ohne Wirkung bleiben muss. Solche Unterschiede sollte man nicht mit einer Garantie auf einen unveränderten Verlauf verwechseln.
Lose Asche lässt sich vor einer erneuten Zündung vorsichtig entfernen, ohne die Zigarre gewaltsam auszudrücken. Die sichere Ablage bleibt eine standfeste, hitzebeständige Unterlage. Glutreste gehören nicht zwischen Papier, in ein Etui oder zurück in den Humidor.
Zusammengefasst kommt es auf ein geeignetes Zündmittel, getrennte Arbeitsschritte und eine beobachtbare Kontrolle an. Ein ruhiges Vorgehen erleichtert diese Kontrolle; eine starre Sekundenregel ist dafür nicht nötig.