Women's Smoking Society: Katharina die Große
Eine Frau von Welt, die sich nicht einschüchtern ließ und in einer von Männern dominierten Welt ihre eigenen Interessen verfolgte und lernte sich nicht zu verstecken: Sophie von Anhalt-Zerst, bekannt als die russische Zarin Katharina die Große , bleibt in Erinnerung als starke und kreative Frau, die ihren eigenen Weg ging.
Ein starkes und eindrucksvolles Leben
Am 9. Juli 1729 wurde sie geboren. Ihren Beinamen erhielt so vor allem deswegen, weil sie wie kein anderer vor ihr das russische Reich verkörpern konnte. Dabei stand sie lange Zeit im Schatten ihres Mannes Peter III. Als die beiden 1745 verheiratet wurden, war sie gerade einmal 15 Jahre alt – und beide hätten nicht unterschiedlicher sein können.
Gemälde bestätigen, was schon damals häufig gesprochen wurde: Verglich man das Paar miteinander, so wurden die Unterschiede schnell deutlich. Sie galt als Schönheit, er wurde schamlos als durchweg häßlich bezeichnet. Zuverlässige Quellen bestätigen, dass er geistig zurückgeblieben war, tagelang mit Puppen spielte und sich täglich dem Drang nach Alkohol hingab. Sie hingegen war klug und intelligent – und vor allem anderen wissbegierig. Diese Schläue nutzte sie ihrem Mann gegenüber schamlos aus. Nachdem seine Mutter gestorben war, herrschte Peter ein halbes Jahr lang als russischer Zar. Er führte Reformen durch, sehnte sich aber gleichzeitig nach Krieg. Darum stürzte Katharina ihren Gatten mit der halben Armee in ihrem Rücken, Peter konnte fliehen, wurde aber einige Tage später ermordet.
Regieren mit starker Hand
Katharina wurde am 12. September 1762 offiziell zur Zarin Katharina II. Sie regierte 34 Jahre lang. Während dieser Regierungszeit bewies sie Brutalität und Rücksichtslosigkeit in der Ausführung ihrer Pflichten und beim Durchsetzen ihrer Position, aber vor allem anderen führte sie Russland in eine modernere und gebildetere Welt. Sie ließ Ausländer in ihr Land, um unbewohnte Gebiete zu kultivieren und war so Erschafferin der Wolgadeutschen. Außerdem interessierte sie sich für die Abschaffung der Leibeigenschaft, die sie allerdings nicht durchsetzen konnte, da sie als unrechtmäßige Zarin keine volle Gunst der Adligen hatte.
Man sagt der Zarin nach, dass sie mehr als 20 Liebhaber hatte, die teilweise große Aufgaben für sie zu erledigen hatten und Kriege fochten. In den Geschichtsbüchern wird sie beschrieben als machtgierig und selbstherrlich, als hochgebildet und verantwortungsvoll. All diese Informationen basieren aber meist auf Schriften, die Katharina selbst verfasste. So gibt Katharina noch heute, viele Jahre nach ihrem Tod im Jahre 1796, noch vielen Historikern Rätsel auf.
Katharina die Große und der Genuss
Als eine ihrer ganz besonderen Vorlieben galt die Havanna-Zigarre – je dicker desto besser. Dass Katharina Dinge zu genießen wusste, hat ihr viele Gerüchte eingebracht. Bereits um ihr Liebesleben ranken sich viele Gerüchte und höchstwahrscheinlich auch Lügen, welche der Frau in einer von Männern regierten Welt so manche Schwierigkeiten bereitete.
Dass sie kubanische Zigarren sehr genoss, lässt sich allerdings beweisen. Denn Katharina die Große erfand die berühmte Bauchbinde , ohne die heutzutage keine Zigarre mehr die Produktion verlässt. Um ihre zarten hoheitlichen Finger beim Rauchen der Zigarre nicht mit den Tabakresten zu beschmutzen, wickelte sie kleine Seidentücher um die Zigarre – und somit wurde die Bauchbinde geboren.
Lebenslauf
- Geboren am 2. Mai 1729 als Prinzessin Sophie Auguste Friederike vpn Anhalt-Zerbst-Dornburg
- Im Februar 1744 traf sie in Moskau ein, wo sie schnell die russische Sprache und das Leben am Hofe erlernte
- Verlobung mit dem russischen Thronfolger Großfürst Peter Fjodorowitsch am 29. Juni 1744
- Hochzeit am 21. August 1745
- Geburt des Sohnes Pawel Petrowitsch am 1. Oktober 1754
- Geburt der Tochter Anna am 9. Dezember 1757 , Tod am 9. März 1759 – beide Kinder wurden sofort nach der Geburt von der Mutter getrennt
- Am 25. Dezember 1961 Tod Elisabeths, der Zarin von Russland, Katharinas Ehemann wird zum Zar Peter III.
- Am 9. Juli 1762 ließ Katharina sich zur Zarin ausrufen und erklärte Peter III. für abgesetzt – ein Staatsstreich
- Am 17. Juli 1762 kam Peter unter ungeklärten Umständen ums Leben
- Katharina II. wurde am 22. September zur Zarin von Russland gekrönt
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- Oktober 1762 : Ausländern wird die Ansiedlung im Land erlaubt
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- Juli 1763 : Unterschrift des Manifests zur Einführung der Wolgadeutschen
- Ab 1764 gründete Katharina Volksschulen und Gymnasien in Großstädten
- Russisch-Türkischer Krief von 1768 bis 1774
- Mit dem Toleranzedikt vom 17. Juni 1773 werden alle religiösen Bekenntnisse fortan geduldet
- 1775 gab es eine Reform durch Katharina II, die dem Russischen Kaiserreich eine neue Verwaltungsstruktur verlieh
- Russisch-Türkischer Krieg von 1787 bis 1792 : Zugang zum Schwarzen Meer und zu weiten Küstengebieten ist gewonnen
- Tod am 17. November 1796 nach Schlaganfall im Alter von 67 Jahren