Smoking Society – Frauen und Zigarren: Amy Lowell
Die Rolle der Frau ist seit jeher ein kompliziertes und diskutiertes Thema. Was Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht möglich war, ist zwar inzwischen zur Alltäglichkeit geworden, aber Feministinnen und emanzipierte Frauen führen auch heute noch scharfe Kritik an dem Weltbild der Frauen. Dabei werden auch gerade die westlichen Staaten nicht ausgeschlossen. Denn auch wenn Frauen hier selbstverständlich arbeiten, wählen und eigene Entscheidungen treffen können, so fehlen sie doch noch allzu häufig in Führungspositionen und werden immer noch zu stark unterschätzt.
Probleme, über welche Frauen Ende des 19. Jahrhunderts nur lachen konnten. So wie die amerikanische Dichterin und Frauenrechtlerin Amy Lowell, welche von 1874 bis 1925 lebte und postum den Pulitzer-Preis für Lyrik verliehen bekam.
Amy Lowell stammte aus einer vornehmen Familie. Berühmte Zitate sagen dabei aus, was die Familie im Wesentlichen für eine Stellung in der Gesellschaft innehatte.
Die Cabots sprechen nur mit den Lowells, und die Lowells sprechen nur mit Gott.
Die Cabots sprechen nur mit den Lowells, und die Lowells sprechen nur mit Gott.
Sie selbst studierte nicht wie ihre beiden Bruder, las allerdings sehr viel und begann recht bald damit selbst zu dichten. Sie veröffentlichte mehrere Werke. Im Jahr 1912 traf sie Ada Dwyer Russell, die ihre Lebensgefährtin wurde. Ganz offensichtlich war dies für eine Person des öffentlichen Lebens in vielerlei Hinsicht schockierend und sorgte für viel Gesprächsstoff in ihrer Heimat Brookline.
Ihr selbstbewusstes Auftreten sorgte für viel Aufmerksamkeit in der damaligen Gesellschaft. Sie war bekannt dafür, dass sie viel und häufig Zigarre rauchte . Dabei nahm sie selten Rücksicht auf ihre Nachbarn oder andere Menschen, die sich ob ihrer groben Art oftmals beschwerten. Für eine Frau der damaligen Zeit war sie außergewöhnlich: Sie rauchte Zigarren in der Öffentlichkeit, fluchte und hatte mit einem großen Übergewicht zu kämpfen, was ihr den Spitznamen Nilpferd einbrachte.
Amy Lowell starb mit nur 51 Jahren an einem Schlaganfall. Viele sahen dies durch ihren extravaganten Lebensstil begründet. Sie stand nur selten vor 13 Uhr auf, besaß sieben Schäferhunde, die ihr als Kinderersatz dienten und schenkte ihrem eigenen Körper nur wenig Beachtung.
Auch wenn zu der Person Amy Lowell sicher so einige Eigenschaften passen mögen, so war sie doch eines ganz bestimmt nicht: eine ängstliche, eingeschüchterte Frau. Sie stand selbstbewusst zu ihrem Lebensstil, ihrer Art und ihrer Liebe. Und so wurde sie Teil der starken Women’s Smoking Society .