Eine gute Zigarre - Darauf kommt es an
Zigarren sind seit vielen Jahren ein Genussmittel, welches sich in aller Welt verbreitet hat. Ihre Verarbeitung und Kulturgeschichte können auch unabhängig vom Rauchen Interesse wecken. Doch worauf muss man achten, wenn man in den Genuss einer guten Zigarre kommen möchte?
Eine gute Zigarre ist, so viel vorweg, nicht allein am Preis zu erkennen. Wie auch beispielsweise bei Wein gibt es bei Zigarren verschiedene Klassifikationen . Bezeichnungen reichen von Premium Zigarren über Super Premium bis hin zu Vintage Zigarren. Diese Begriffe sollten jedoch nicht als einheitlich verbindliche Güteklassen gelesen werden; ihre Aussage hängt vom konkreten Hersteller und Produkt ab.
Eine gute Zigarre: Was ist das Besondere?
Eine gute Zigarre zeichnet sich durch eine spezielle Produktion aus. Die größte Qualität einer Zigarre liegt im verwendeten Tabak . Bei guten Zigarren werden geeignete Tabakblätter zu einer abgestimmten Mischung verbunden; sie müssen nicht ausschließlich aus demselben Jahrgang stammen. So entsteht ein einmaliger Rauchgenuss, der selbstverständlich auch seinen Preis hat. Einzelne Havanna Zigarren der Marke Trinidad können hochpreisig sein; daraus lässt sich kein allgemeiner Qualitätsmaßstab ableiten.
Doch auch für den kleineren Geldbeutel erhalten Sie gute Zigarren, deren Eigenschaften zum persönlichen Geschmack passen können. Die verschiedenen Marken machen die Auswahl für Zigarrenliebhaber und all jene, die es werden wollen, recht leicht, den persönlichen Favoriten zu finden.
Verschiedene Zigarrenmarken
Auch im Bereich der Zigarren gibt es viele verschiedene Marken. Eine sehr bekannte und gute Zigarrenmarke ist beispielsweise Romeo Y Julieta. Angelehnt an Shakespeares Romeo und Julia ist dieser Name äußerst prägnant und vor allem einprägsam. Diese aus Kuba stammende Marke ist bekannt für ihren mittelstarken Geschmack. Die klassische kubanische Linie wird von Habanos als mittel eingestuft, die Línea de Oro als mittel bis kräftig. Eine pauschal geringe Stärke lässt sich der gesamten Marke daher nicht zuschreiben. Neben den verschiedenen Zigarrenmarken aus Kuba erhalten Sie noch aus anderen Ländern gute Zigarren. So gibt es auch aus Honduras einige wirklich hervorragende und gute Zigarren.
Ganz gleich für welche Zigarre man sich entscheidet, eine gute Zigarre zu finden ist auf Grund der Vielfalt keine allzugroße Schwierigkeit.
Zustand, Verarbeitung und Geschmack sind drei Fragen
Der Begriff „gut“ kann unterschiedliche Dinge meinen. Eine sauber verarbeitete Zigarre kann persönlich zu kräftig wirken. Eine bevorzugte Mischung kann durch ungeeignete Lagerung beeinträchtigt sein. Und ein bekanntes Etikett kann diese Unterschiede nicht aufheben.
Für eine sinnvolle Beurteilung hilft deshalb eine feste Reihenfolge: Zuerst die genaue Zigarre bestimmen, dann den sichtbaren Zustand beschreiben und erst anschließend persönliche Erwartungen einordnen. So wird aus einem allgemeinen Urteil eine nachvollziehbare Aussage.
| Ebene | Sinnvolle Frage |
|---|---|
| Produkt | Welche Marke, Serie und welches Format liegt vor? |
| Zustand | Gibt es sichtbare Risse, Verformungen oder auffällige Veränderungen? |
| Verarbeitung | Sind Kappe, Deckblatt und Form sauber ausgeführt? |
| Persönliche Passung | Entspricht das beschriebene Profil den eigenen Vorlieben? |
Was vor dem Anzünden erkennbar ist – und was nicht
Eine äußere Betrachtung kann Beschädigungen zeigen. Sie liefert jedoch keinen vollständigen Blick auf die Einlage. Auch eine scheinbar gleichmäßige Oberfläche garantiert weder einen bestimmten Zugwiderstand noch die gewünschten Aromen.
Die Prüfung sollte schonend bleiben. Starkes Drücken oder wiederholtes Rollen zwischen den Fingern kann selbst Spuren hinterlassen. Ein möglicher Mangel wird nicht besser beurteilbar, wenn bei der Kontrolle das Deckblatt beschädigt wird.
Bei verdächtigen Belägen oder auffälligem Geruch ist Zurückhaltung angebracht. Weder ein hoher Preis noch eine bekannte Marke macht einen fraglichen Zustand unbedenklich. Eine Geschmacksprobe ist keine geeignete Methode, um die Sicherheit eines auffälligen Produkts festzustellen.
Mischung verstehen statt auf ein Schlagwort vertrauen
Einlage, Umblatt und Deckblatt übernehmen unterschiedliche Funktionen. Die Mischung entsteht aus ihrer Kombination, nicht aus einem einzelnen Werbewort. Habanos beschreibt beispielsweise festgelegte Mischungen für unterschiedliche Formate innerhalb einer Marke.
Deshalb lohnt es sich, Angaben wie „lange gereift“ genauer zu lesen: Beziehen sie sich auf einzelne Blätter oder auf die fertig gerollte Zigarre? Wird ein konkreter Jahrgang genannt oder nur ein allgemeiner Stil beschrieben? Fehlt diese Unterscheidung, bleibt die Aussage für einen Vergleich unscharf.
Der Aufbau einer Zigarre erklärt die Bestandteile. Die Frage, wie ein gesamtes Sortiment einzuordnen ist, behandelt der Beitrag zur guten Zigarrenmarke.
Eigene Eindrücke nachvollziehbar notieren
Eine kurze Notiz ist hilfreicher als ein unbegründetes „hervorragend“. Festgehalten werden können das konkrete Produkt, der beobachtete Zustand und die persönlichen Eindrücke. Herstellerbeschreibungen und eigene Wahrnehmung sollten dabei getrennt bleiben.
Ein einzelnes Exemplar erlaubt noch kein Urteil über jede Zigarre derselben Marke. Umgekehrt widerlegt eine persönliche Abneigung kein nachvollziehbar positives Urteil einer anderen Person. Wie solche Bewertungen aufgebaut sein können und wo ihre Grenzen liegen, zeigt der Artikel über Zigarren-Tastings.
Qualität lässt sich somit besser durch benannte Eigenschaften beschreiben als durch einen Preis, einen Jahrgang oder einen bekannten Namen allein.