Zigarrenbohrer | Raucherzubehör unter der Lupe

Eine Zigarre muss vor dem Rauchen angeschnitten werden ‒ oft wird dafür ein Cutter oder eine spezielle Schere verwendet. Doch es gibt noch eine Unterart des Zigarrenschneiders: Den Bohrer. Aber wie funktioniert ein solcher und was sind seine Vorzüge? Wir geben Aufschluss.

Bevor man eine gute Zigarre genießen kann, muss bei den meisten Modellen zuerst einmal das Kopf- beziehungsweise Mundende geöffnet werden, denn dieses ist üblicherweise verschlossen. Durch das so entstehende Loch kann der Rauch in den Mund gelangen.

Bei bereits vorgestanzten Modellen ist dieser Anschnitt nicht nötig ‒ bei handgerollten Zigarren mit geschlossener Kappe allerdings erforderlich. Preis und Shortfiller-Einlage allein entscheiden darüber nicht. Echte Zigarrenliebhaber verwenden dazu spezielle Instrumente, unter anderem ein rundes Schneidwerkzeug das Zigarrenbohrer genannt wird. Diese Methode eignet sich besonders gut für Modelle mit flachem oder rundlichem Ende und ausreichend breiter Kappe. Die Länge, ein dickes Format oder die Herkunft als Havanna allein sind dagegen keine entscheidenden Kriterien.

Vor- und Nachteile

Beim Öffnen mit dem Zigarrenbohrer entsteht ein Loch am Ende der Zigarre; der äußere Rand der Kappe soll dabei erhalten bleiben. Der Vorteil bei dieser Vorgehensweise ist, dass weniger störende Tabakpartikel beim Ziehen in den Mund gelangen können, wenn das ausgeschnittene Stück in dem röhrenförmigen Bohrer verbleibt. Völlig ausgeschlossen sind lose Reste damit nicht. Dies kann das Zugverhalten beeinflussen; eine erhebliche Verbesserung ist damit jedoch nicht garantiert. Allerdings hat diese Methode auch einen Nachteil: Eine zu kleine Öffnung kann den Zug einschränken. Ein später bitterer Geschmack lässt sich aber nicht ohne Weiteres allein auf diese Schnittart oder einzelne Stoffe zurückführen.

Was gilt es zu beachten?

Als Genussraucher der die Abwechslung liebt, kann man Bohrer mit unterschiedlichen Durchmessern verwenden: Zum Beispiel gibt es Modelle in den Dimensionen sechs und acht Millimeter. Unbedingt zwei Stück mit sich zu führen, ist dafür nicht erforderlich.

Wie bei der Zigarre ist auch beim Zigarrenbohrer auf gute Qualität zu achten : Ein hochwertiges Instrument verfügt über einen Mechanismus, mit dem die Tabakreste aus dem Röhrchen hinausgeschoben werden können, was auch die Reinigung vereinfacht. Günstige Modelle können eine Rundklinge in einem Kunststoffmantel und einen Plastikgriff haben. Das tatsächliche Klingenmaterial sollte am jeweiligen Modell geprüft werden; ein niedriger Preis bedeutet nicht automatisch eine Aluminiumklinge.

Zigarrenbohrer

  • besonders für größere Ringmaße geeignet
  • der Rand der Kappe wird beim passenden Schnitt geschont
  • weniger Tabakkrümel

Aufwendiger verarbeitete Exemplare besitzen eine Klinge und ein Gehäuse aus Edelstahl und Griffe aus Horn, Holz oder Emaille. Oft sind solche außerdem mit Schutzkappen ausgestattet, die magnetisch am Gerät haften und dadurch weniger leicht verloren gehen. Auch praktisch: Viele Modelle haben einen Ring am hinteren Ende, mit dem sie sich einfach am Schlüsselbund befestigen lassen.

Zubehör wie Cutter und Bohrer sind nahezu in jedem Zigarren- oder Tabakladen erhältlich. Der ursprüngliche Beitrag von 2013 nannte Marken wie Guy Janot, Xikar, Avo, Colibri und Passatore sowie eine Preisspanne von 30 bis 120 Euro. Diese damalige Angabe ist kein aktueller Preisvergleich und keine Zusage zur heutigen Verfügbarkeit.

Punch, Bohrer und Zugwerkzeug sind nicht dasselbe

Der Name Zigarrenbohrer kann eine falsche Vorstellung erzeugen: Ein Punch arbeitet nicht wie ein langer Holzbohrer. Seine Rundklinge entfernt einen begrenzten Teil der Kappe. Der entnommene Tabakkreis ist das Ergebnis des Schnitts, nicht der Beginn eines Kanals durch die ganze Zigarre.

Davon zu unterscheiden sind Werkzeuge, die zur Bearbeitung der Einlage angeboten werden. Ihre Funktion und Risiken sind andere. Eine Anleitung für einen Punch darf deshalb nicht einfach auf ein solches Werkzeug übertragen werden.

Das Ziel ist eine passende Öffnung am Kopf, während ausreichend Material der Kappe erhalten bleibt. Ein kompletter gerader Anschnitt oder ein V-Schnitt erzeugt eine andere Geometrie. Die grundlegenden Unterschiede fasst der Artikel zu Zigarrenschneidern zusammen.

Lochgröße und Kopfform zusammen beurteilen

Ein größerer Punch entfernt mehr Fläche als ein kleinerer. Deshalb ist die Millimeterangabe der Rundklinge nicht bloß eine Komfortfrage: Sie muss zur tatsächlich verfügbaren Fläche am Kopf passen. Ein großes Ringmaß am Körper allein garantiert noch keine breite Auflage an der gewünschten Schnittstelle.

Das wird besonders bei spitz zulaufenden Formen deutlich. Die Gegenüberstellung von Robusto und Torpedo zeigt, warum Körperdurchmesser und Kopfkontur getrennte Angaben sind. Der breiteste Teil einer Zigarre kann erheblich breiter sein als ihre Spitze.

Zu prüfendes MerkmalBedeutung für die Auswahl
Breite der KappeBegrenzt den verfügbaren Platz für die Rundklinge
Form des KopfesBestimmt, ob eine ausreichende Auflage vorhanden ist
Zustand des DeckblattsBeschädigte oder sehr fragile Bereiche verlangen besondere Vorsicht
Größe und Schärfe der KlingeBeeinflussen den Schnitt; nicht durch Kraft ersetzen

Wenn der Zug trotzdem nicht passt

Eine Öffnung am Kopf ist nur ein Teil des gesamten Weges durch die Zigarre. Bleibt der Widerstand auffällig, ist ein wiederholtes Vergrößern des Lochs daher keine sichere Problemlösung. Auch Konstruktion und Zustand müssen berücksichtigt werden.

Für die Beobachtung hilft eine klare Trennung: Ist das ausgeschnittene Stück noch im Werkzeug? Befinden sich lose Reste an der Öffnung? Ist die Kappe an anderer Stelle eingerissen? Solche sichtbaren Merkmale lassen sich beschreiben, ohne daraus sofort eine Ursache im Inneren abzuleiten.

Eine Reihe zusätzlicher Schnitte kann die verbleibende Kappe schwächen. Der vorhandene Widerstand sollte deshalb nicht als Aufforderung verstanden werden, immer weiter Material zu entfernen. Bei der Einordnung einer guten Zigarre geht es ebenfalls darum, einzelne Eigenschaften nicht mit einer umfassenden Qualitätsbewertung zu verwechseln.

Reinigung und Aufbewahrung des Werkzeugs

Zum Pflegeumfang gehört, die ausgestanzten Reste nach Gebrauch zu entfernen und den vorgesehenen Schutzmechanismus wieder zu schließen. Dabei gilt die Anleitung des jeweiligen Modells. Eine offen liegende Rundklinge gehört nicht ungeschützt in die Hosentasche.

  • Vor dem Verstauen kontrollieren, ob sich die Klinge vollständig zurückziehen oder abdecken lässt.
  • Keine Rückstände mit den Fingern über eine scharfe Schneide schieben.
  • Bewegliche Teile nur nach Herstellervorgabe pflegen.
  • Das Werkzeug getrennt von ungeschützten Zigarren aufbewahren.

Für den Gebrauch zählen passende Geometrie, nachvollziehbare Bedienung und ein intaktes Werkzeug. Eine Marke oder ein historisch genannter Preis ersetzt diese Prüfung nicht.

Häufige Fragen

Bohrt ein Zigarrenbohrer einen Kanal durch die Zigarre?
Nein. Ein Punch schneidet eine runde Öffnung in die Kappe. Er ist kein Werkzeug zum Durchbohren der gesamten Einlage.
Ist ein Punch für jede Kopfform geeignet?
Nein. Für die Rundklinge wird eine ausreichend breite Auflage benötigt. Ein spitz zulaufender Kopf stellt andere Anforderungen als eine runde Kappe.
Muss man zwei Bohrer mit sechs und acht Millimetern besitzen?
Nein. Das sind mögliche Größen, keine vorgeschriebene Ausstattung. Maßgeblich sind die konkrete Kappe, die Werkzeuggröße und die Herstelleranleitung.
Behebt ein größeres Loch jedes Zugproblem?
Nein. Die Öffnung am Kopf ist nur eine mögliche Einflussgröße. Ein Problem der Einlage oder des Lagerzustands lässt sich dadurch nicht zuverlässig beheben.

Quellen und weiterführende Hinweise

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