Mythos kubanische Zigarren noch aktuell?

Stand: 22. September 2026

Wenn von Zigarren die Rede ist, dann kommt man um die kubanischen Exemplare, die Habanos, nicht herum. Sie galten lange Zeit als die besten und traditionsreichsten Zigarren, die auf dem Markt erhältlich waren. Und damit einher ging die Vorstellung, dass nur das Rauchen einer Habano der „wahre“ Zigarrengenuss sei. Doch warum genau sind es gerade die Zigarren von dem karibischen Inselstaat, die die Herzen der Aficionados weltweit höher schlagen lassen? Und ist dies begründet und überhaupt noch aktuell? Wenn man verschiedene Faktoren berücksichtigt, kommt man dem Mythos ein wenig näher. Zum einen sind es die klimatischen Bedingungen auf Kuba. Das Klima ist feuchtwarm und tropisch und somit gut für die lange Anbau- und Verarbeitungszeit der Tabakblätter geeignet. Hinzu kommen mineralstoffreiche Böden, die die Tabakpflanzen mit allen essentiellen Dingen versorgen, welche diese zum Wachstum benötigen. Ähnlich wie bei Wein gilt auch hier, dass der Boden mit seiner Zusammensetzung an Mineralien wesentlich zum jeweiligen Aroma der Pflanzen beiträgt, wobei sandige, lockere Humusböden am besten für Tabakpflanzenanbau geeignet sind.

Aber auch Tradition und Wissen spielen eine wichtige Rolle bei der Anfertigung der Habanos. Auf Kuba ist ebenso wie in anderen Teilen Südamerikas der Tabakgenuss seit mehreren Jahrhunderten bekannt und beliebt. Tabak, als eine Kulturpflanze, deren Anbau sehr aufwändig ist und mehrere Monate in Anspruch nimmt, bedarf einer besonderen Behandlung. Somit ist Expertenwissen von Nöten, wenn die Tabakblätter von so guter Qualität sein sollen, dass aus ihnen eine herausragende Zigarre gefertigt werden kann. Dies ist auf Kuba der Fall, viele Familien sind seit Generationen im Tabakgeschäft und geben ihr Wissen um den richtigen Anbau und Herstellung an die nächste Generation weiter.

Die Qualität von Zigarren wird außerdem durch die Handfertigkeiten der Tabakroller beeinflusst. Denn das Rollen der Tabakblätter zu einer echten Havanna ist eine handwerkliche Kunst, die von keiner Maschine ausgeführt werden kann. Erfahrung und Geschick zählen hier. Die Tabakroller, die „Torcedores“, sind je nach Qualifikation für unterschiedliche Formate zuständig. Dabei unterliegen ihre Arbeiten strengen Qualitätskontrollen, damit sichergestellt werden kann, dass nur die besten Zigarren die kubanischen Manufakturen verlassen.

Es fallen also eine Vielzahl von Faktoren ins Gewicht, wenn man auf der Suche nach der perfekten Zigarre ist. Und das kann auch heute noch die Habano sein. Aber auch in anderen Gegenden, wie beispielsweise Brasilien, der Dominikanischen Republik oder in weiteren südamerikanischen Regionen wird mittlerweile seit vielen Jahren Tabak angebaut. Dementsprechend findet man heutzutage auch außerhalb von Kuba Experten, wenn es um die Fertigung von Zigarren geht. Das Spannende dabei ist, dass je nach Region das Klima und die Böden variieren. Das hat zur Folge, dass die Tabakblätter über ganz unterschiedliche, landestypische Aromen verfügen können. Es lohnt sich also durchaus, nicht nur kubanische Zigarren zu rauchen, sondern die verschiedensten Formate und Marken auszuprobieren. Denn gerade die Vielfältigkeit der Zigarrenmarken, die es zu entdecken gilt, macht doch den Reiz an der immer weiter wachsenden Welt der Zigarren aus.